Core Fest 2026: Ein Festivaltag zwischen Härte, Vielfalt und Szenegeist
Halloween dürfte für viele Core-Fans in diesem Jahr weniger mit Kürbissen und Horrorfilmen als mit schweren Gitarren, drückenden Breakdowns und verschwitzten Shirts verbunden sein. Am 31. Oktober 2026 lädt das Core Fest nach Göppingen und bringt dafür ein Line-up auf die Bühne, das die unterschiedlichen Facetten der modernen Core-Szene abbildet.
Nach den vergangenen Ausgaben steht das Festival in diesem Jahr vor einem neuen Kapitel. Erstmals findet das Core Fest in der EWS Arena in Göppingen statt. Das Konzept bleibt dabei unverändert auf einen Tag konzentriert und richtet den Blick vollständig auf Metalcore, Deathcore, Hardcore und deren musikalische Schnittstellen. Die offizielle Festivalankündigung setzt dabei auf eine Mischung aus internationalen Szenegrößen und Acts, die innerhalb der aktuellen Core-Landschaft für unterschiedliche Akzente sorgen.
Paleface Swiss und thrown an der Spitze
Angeführt wird das diesjährige Programm von Paleface Swiss und thrown. Zwei Bands, die für unterschiedliche Spielarten moderner Härte stehen und gleichzeitig exemplarisch dafür sind, wie sich die Core-Szene in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
Paleface Swiss haben sich mit ihrem kompromisslosen Mix aus Deathcore, Hardcore und düsteren Nu-Metal-Einflüssen einen festen Platz in der internationalen Szene erspielt. Besonders live lebt die Musik der Schweizer von massiven Breakdowns und einer enormen Dynamik. Songs wie Please End Me oder The Gallow zeigen dabei die Bandbreite zwischen roher Aggression und den atmosphärischeren Momenten ihres Sounds.
Mit thrown steht ihnen eine Band gegenüber, deren Ansatz deutlich stärker aus der Hardcore-Tradition heraus gedacht ist. Die Schweden setzen auf kurze, direkte Songs und eine Produktion, die kaum Raum für überflüssige Elemente lässt. Ihr Aufstieg gehört zu den bemerkenswerten Entwicklungen der jüngeren Metalcore-Szene. Tracks wie On The Verge oder Dwell funktionieren dabei gerade deshalb so gut, weil sie ihre Energie nicht unnötig ausdehnen.
Beide Acts bringen damit eine unterschiedliche Perspektive auf moderne Core-Musik nach Göppingen.
Boston Manor als besonderer Kontrast
Einen musikalisch deutlich anders gelagerten Schwerpunkt setzen Boston Manor. Die britische Band ist seit Jahren dafür bekannt, die Grenzen zwischen Post-Hardcore, Alternative Rock und Emo auszuloten, ohne dabei ihre Verbindung zur Core-Szene aufzugeben.
Beim Core Fest bekommt dieser Auftritt zusätzliches Gewicht: Boston Manor werden in Göppingen eine Deutschland-exklusive Jubiläumsshow spielen. Damit ist ihr Auftritt nicht nur ein weiterer Slot innerhalb eines ohnehin dicht besetzten Programms, sondern ein eigenständiger Programmpunkt mit besonderem Anlass.
Gerade dieser Kontrast dürfte dem Festival guttun. Zwischen Deathcore und modernem Metalcore entsteht dadurch Raum für eine andere Form von Intensität, die weniger über pure Härte als über Atmosphäre, Dynamik und emotionale Spannungsfelder funktioniert.
Von Deathcore bis elektronische Einflüsse
Auch abseits der Headliner bietet das Line-up zahlreiche Gründe, früh in der Halle zu sein.
The Browning gehören dabei zu den Acts, die sich nur schwer in eine klassische Genre-Schublade stecken lassen. Die Verbindung aus elektronischen Elementen, Industrial-Einflüssen und extremer Gitarrenmusik erweitert das musikalische Spektrum des Festivals deutlich.
Auf der anderen Seite des Spektrums stehen Acts wie Distant und Heartless Human Harvest. Während Distant ihren Deathcore mit einer monumentalen, düsteren Atmosphäre verbinden, stehen Heartless Human Harvest für kompromisslose Härte und die extremere Seite moderner Core-Musik. Für Fans der härteren Gangart dürfte hier entsprechend einiges geboten sein.
Siamese wiederum bewegen sich zwischen Metalcore, Alternative Metal und melodischeren Ansätzen. Damit bilden sie einen weiteren Kontrast zu den brutaleren Acts des Tages. Lake Malice bringen ebenfalls eine eigenständige Mischung aus Alternative- und Heavy-Sounds mit und zeigen, wie weit sich die Grenzen moderner Core-Musik inzwischen verschoben haben.
Die deutsche Szene im Fokus
Besonders interessant ist zudem der Blick auf die Acts aus Deutschland und dem direkten europäischen Umfeld. Elwood Stray haben sich innerhalb der europäischen Metalcore-Szene einen Namen gemacht und verbinden moderne Härte mit melodischen und emotionalen Elementen.
Mit Annisokay steht zudem eine der bekanntesten deutschen Post-Hardcore- und Metalcore-Bands auf dem Programm. Die Hallenser verbinden harte Riffs, moderne Metalcore-Elemente und eingängige Melodien und gehören seit Jahren zu den konstantesten Namen der heimischen Szene.
Mit Necrotted kommt außerdem eine Band nach Göppingen, die deutlich tiefer in die extreme Richtung geht. Die aus Abtsgmünd stammende Band verbindet Death Metal mit Elementen aus Deathcore und steht damit für eine weitere Facette des diesjährigen Programms.
Gutrectomy erweitern den extremen Bereich des Festivals zusätzlich. Die Band steht für kompromisslosen Slam Death Metal und bringt eine der brutalsten Klangfarben des gesamten Tages mit.
Ergänzt wird das Line-up unter anderem durch Defiance HC und Throatcut, die die Hardcore-Seite des Festivals vertreten, sowie weitere internationale Acts wie Abbie Falls, Get The Shot, Heartless Human Harvest, Let Me Drown und Mayflower.
Mehr als nur die großen Namen
Gerade bei einem eintägigen Festival mit einer derart hohen Banddichte stellt sich schnell die Frage, welche Auftritte am Ende tatsächlich hängen bleiben. Natürlich bilden Paleface Swiss, thrown und Boston Manor die offensichtlichen Anlaufpunkte. Ein interessantes Festival entsteht jedoch häufig gerade dort, wo man den Spielplan verlässt und sich auf eine Band einlässt, die bisher vielleicht nur vom Namen bekannt ist.
Das Core Fest bietet dafür reichlich Gelegenheit.
Die Mischung aus etablierten internationalen Acts, jüngeren Bands und Vertretern der lokalen beziehungsweise europäischen Szene verhindert, dass sich das Programm auf einen einzigen Sound reduziert. Stattdessen entsteht ein Querschnitt durch die aktuelle Core-Landschaft: von melodischen Passagen bis zu Deathcore, von Hardcore bis zu elektronisch angereichertem Metalcore.
Neue Heimat für das Core Fest
Mit dem Wechsel in die EWS Arena erhält das Festival zudem einen neuen räumlichen Rahmen. Die Göppinger Arena wird am 31. Oktober zum Mittelpunkt eines eintägigen Indoor-Festivals, das sich vollständig der Core-Szene widmet.
Der Termin könnte dabei kaum passender gewählt sein. Halloween bildet den äußeren Rahmen für einen Tag, an dem ohnehin dunklere und härtere Klänge dominieren werden. Entscheidend ist am Ende allerdings nicht die Dekoration, sondern das, was auf den beiden Bühnen passiert.
Und dafür bringt das Core Fest 2026 einige Voraussetzungen mit.
Paleface Swiss und thrown stehen für die rohe Energie moderner Core-Musik, Boston Manor setzen einen emotionaleren Kontrapunkt, während The Browning, Distant, Siamese, Elwood Stray, Annisokay, Necrotted, Gutrectomy, Lake Malice, Let Me Drown, Mayflower und die weiteren Acts das Spektrum des Festivals in unterschiedliche Richtungen erweitern.
Das Core Fest bleibt damit seinem Grundgedanken treu: ein Festival von Fans für Fans zu sein und die Szene in ihrer gesamten Breite zusammenzubringen.
Am 31. Oktober heißt es deshalb nicht nur Halloween in Göppingen, sondern vor allem: Core Fest 2026.
Ein Tag. Zwei Bühnen. Eine ganze Szene.

